Meg Stuart
Damaged Goods
Jozef Wouters/Decoratelier
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Utopia Parkway, It’s like… He talks a bit and she dances a bit - Hans-Maarten Post (28.01.2017)
Jury report 'het Theaterfestival 2017', INFINI 1-15 (31.05.2017)
der Standard, Meg Stuart: Der wüste Schatz einer verlorenen Jägerin - Helmut Ploebst (21.04.2017) [ German ]
Ruhrtriennale Zeitung, It’s in the shape of fire - Jeroen Peeters (06.2017)
Ruhrtriennale Zeitung, Statt Werkstatt - Jeroen Peeters (06.2017) [ German ]
Deutschlandfunk, "Projecting Space" bei der Ruhrtriennale: Mission mit Zweifeln - Nicole Strecker (02.09.2017) [ German ]
NRZ, Ruhrtriennale: Projecting [Space[ überzeugt in Dinslaken - Bettina Schack (01.09.2017) [ German ]

Ruhrtriennale: Projecting [Space[ überzeugt in Dinslaken

Bettina Schack, NRZ, 01.09.17

Meg Stuart erschafft im Rahmen der Ruhrtriennale in Zentalwerkstatt bewegte Kunst-Installationen aus Orten und Kulissen, Tänzern und Zuschauern.

Ein Bagger dreht sich um seine eigene Achse, der Mensch auf der ausgefahrenen Schaufel scheint ihn zu umkreisen wie der Mond, der über diesem Szenario scheint, die Erde umkreist. Etwas weiter auf der Brache zwischen Lohbergkorso und Grubengas-BHKW tanzen ein junger Mann und ein Gabelstapler in Zeitlupe ein Pas de deux. Dazwischen fährt ein Paar in Badekleidung Mountainbike.

150 Besucher der diesjährigen Ruhrtriennalen-Premiere in Lohberg stehen und sitzen zwischen der Stahl und Holzkonstruktion, die Jozef Wouters vor den Eingang zur Zentalwerkstatt gebaut hat und lassen die surrealen Bilder auf sich wirken.

Kein klassisches Tanztheater sondern Körper kinetischer Kunstinstallationen

Meg Stuart hat mit Projecting [Space[ kein klassisches Tanztheaterstück geschaffen, sondern lässt die Mitglieder ihrer Tanzkompanie Damaged Goods in Interaktion mit dem gegebenen und den Wouters geschaffenen Räumen, mit vor Ort erzeugten und gesampelten Klängen zu beweglichen Körpern kinetischer Kunstinstallationen werden.

Dazu gehört es, sich zu organischen Figuren in endlosen Regalen in der Zentralwerkstatt zu verdichten ebenso wie die eigenen Hände und deren Beweglichkeit und Kraft als vom Ich losgelöste Macht zu erleben – mit aller Verzweiflung, mit der ein Mensch auf diese Losgelöstheit des eigenen Körpers vom Ich in krampfhaften Zuckungen und panischer Miene reagieren kann.

In einigen Szenen gibt es Längen

Zwei Stunden dauert Projecting [Space[, in einigen Szenen gibt es Längen, zumal die Bewegungen rauh und oft unausgeformt bleiben, das spürbare tänzerische Potenzial nicht für künstlich ästhetisierte Bewegungsabläufe genutzt wird.

Aber es gibt poetische Momente und Bilder wie den Fallschirm-„Flug“ entlang eines riesigen Vorhangs mit Himmelsmotiv, die rosa Wolken, in denen die Darsteller von Luft und Erde träumen, der Duft des Kaffeepulvers, aus dem sie archaische (oder futuristische, wer mag das zu deuten) Zeichen auf den Boden der Zentralwerkstatt streuen.

Herausragendes Merkmal: Einbeziehung des Publikums

Herausragendes Merkmal von Projecting [Space[ aber ist die Einbeziehung des Publikums in alle Aspekte der Inszenierung. Die 150 Zuschauer erkunden mit dem Ensemble die Spiel-Räume der Zentralwerkstatt, von den erwähnten Regalen bis zur kompletten Holzarena. Sie durchmessen den Raum, bleiben wie die Tänzer in Bewegung, werden von diesen sogar aufgefordert, mitzumachen. Wer beobachtet wen? Die Grenzen verschwimmen.

Beeindruckend der Schluss, in dem das Ensemble einschließlich Choreographin Meg Stuart zu einer Klangcollage tanzt, die nicht nur von der Sängerin und Tänzerin Mariana Tengner Barros und ihren Partnern geflüstert, gesungen und geschrien wird, sondern für die auch Laut-Ideen des Publikums gesampelt werden.

Und zum Schluss trifft man sich ganz entspannt draußen am Lagerfeuer zu langem, warmen Applaus.

ResMusica, Ruhrtriennale: Projecting [Space[, émouvant mystère de Meg Stuart - Dominique Adrian (07.09.2017) [ French ]
De Morgen, Meg Stuart with Jozef Wouters at Ruhrtriennale: self-igniting spectacle - Pieter T'Jonck (05.09.2017)

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